Alfeld an der Leine

Stadtplan Alfeld
Stadtplan Alfeld

Alfeld ist recht verschlafen, darum gibt es hier auch ein Schnarchmuseum. Kein Witz. Alles für und über den Schnarcher und den vom Schnarcher geplagten:

http://www.schnarchmuseum.de
(Neues Fenster wird geöffnet, mit dem "X"- Lösch-Knopf kommt Ihr wieder.)

Wer kucken will, was in Alfeld vor dem Rathaus gerade los ist, kuckt hier:

http://www.alfeld.de/aktuell/webcam

Die Stadt versteckt sich hinter der großen Papierfabrik an der Leine. Dieses Monstrum trennt die Stadt vom Fluss und zerstört den ganzen Eindruck. Ich hatte immer das Gefühl, im Hinterhof der Fabrik zu sein. Eine Stadt im Schatten.

Wenn man von Süden auf der B3 kommt, biegt man hinter Honda-Ritschi in die Stadt ein. Zum Bahnhof in die "City" (auf die Papierfabrik zusteuern). Den Parkplatz im Plan aufsuchen. Der Parkplatz liegt über dem Marktplatz neben dem Heimatmuseum und es gibt immer ein Plätzchen für Bikes.

Die alte Lateinschule (Heimatmuseum) in Alfeld
Die alte Lateinschule (Heimatmuseum) in Alfeld
Sehr sehenswert ist die alte Lateinschule (heute Heimatmuseum) neben der Hauptkirche. Eine Bibelstunde in Form von Schnitzereien an einem vorbildlich restaurierten Fachwerkhaus. Die Lateinschule, die Kirche mit den ulkigen Glöcklein-Erkern am Turm und das Rathaus sind sehenswert. Der Fluss, der über und unter dem Rathausplatz plätschert heißt übrigens "Warme", fließ dann eine Straße lang. Kurz vor dem Rathausplatz trieb der Fluss eine kleine Stadtmühle an, die leider nicht immer zu besichtigen ist.
Alfeld, Marktplatz, Rathaus
Alfeld, Marktplatz, Rathaus



Auf dem Marktplatz kann man draußen Kaffee trinken. Ein moderner, verspielter, interessanter Brunnen ist da und eine versteckenswerte Kriegerdenkmalsäule von 1870/71.

Faguswerk, Ein Gropiusbau!  Die coolste Scheune der Welt.

Wer architektonisch drauf ist: Die Fabrikhalle des Faguswerkes ist ein früher Gropius-Bau! Fagus ist lateinisch für Rotbuche, ein besonders hartes Holz. Daraus wurden Schuhleisten gemacht. Fagus war und ist eine Schuhleistenfabrik. In einem Bau wurde das Holz getrocknet. Eigentlich eine große Holzscheune. Vermutlich die coolste Scheune der Welt. Wurde zur Expo restauriert.
Im Internet zu sehen: http://www.filmbuero-nds.de/Locations/html/Dreh0074.html


Alfeld, die Warme plätschert
Alfeld, die Warme plätschert
Ein Kriminalfall aus dem Mittelalter.

An einer Ecke des Rathausturms ist unten ein ca. 50cm hoher blauer Stein an der Mauer. Der war nicht immer blau. Es begann im Mittelalter mit einem berühmten Kidnapping:

(aus: http://www.brunkensen.de/sehenswuerdigkeiten/index.htm)

Der Räuber Lippold raubte am Weinberg zwischen Limmer und Alfeld aus ihrer eigenen Hochzeitsgesellschaft heraus die Tochter des Bürgermeisters und entführte sie in seine Höhlenburg. Jahrelang durfte sie die Höhle nicht verlassen. Um seine Verfolger irrezuführen, ließ Lippold seinen Pferden die Hufeisen verkehrt aufschlagen. Wenn er nun ausritt, so sah es aus, als sei er in der Höhle. Die Kinder, die ihm das arme Weib gebar, knüpfte der Unmensch in den Bäumen auf, und wenn der Wind durch deren Gebeine fuhr, lästerte er: "Höre nur, wie unsere Kinder singen!".

Eines Tages aber erkrankte der Räuber schwer. Die rettende Arznei konnte nur aus der Alfelder Ratsapotheke geholt werden. Da schickte er in höchster Not sein Weib nach Alfeld, nahm ihr aber den Schwur ab, sich niemandem erkennen zu geben, auch nichts zu verraten. Nachdem die Arme die Arznei besorgt hatte, konnte sie ihr Heimweh nicht mehr bändigen und ging hinüber zum Rathaus.

Dort setzte sie sich auf den großen Stein neben dem Portal und weinte bitterlich, dass sich der Stein blau färbte. Ihr Vater, der Bürgermeister, der aus dem Rathaus heraustrat, erkannte seine Tochter nicht wieder und fragte ahnungslos, warum sie weine. Da sie nicht antwortete, nahm er sie mit in die Ratsstube und riet ihr, dem Kamin ihr Herz auszuschütten, wenn sie mit keinem Menschen darüber sprechen dürfe. Das tat sie und kehrte erleichtert zur Brunkenser Höhle zurück.

Ihr Vater aber hatte alles mit angehört und zog mit der Alfelder Bürgerwehr vor das Räubernest an der Glene. Im Schornstein, der teilweise noch heute erhalten ist, ließen sie einen Strick hinab, den das Weib um den Hals des Banditen legte, der sein Haupt wieder einmal im Schlaf auf ihren Schoß gelegt hatte. So fand er sein gerechtes Ende und des Bürgermeisters Tochter wurde heimgeholt.


Eine etwas mittelalterliche Romantik!

Die Höhle ist noch zu besichtigen. Sie liegt auf dem Weg von Brunkensen nach Duingen links neben der Straße über den Bach. Es ist ein ganzes Höhlensystem. In Brunkensen lebt auch noch mit 80+x Jahren der Graf von Goertz, ein berühmter Designer, der auch den BMW 507 - Roadster gestaltet hat.